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LÖSEN

Die Verkörperung

Ein Raum wird gefüllt mit neuen Figuren. Sich gegenseitig an- und dann wieder in sich hineinsehen, hinausgehen zu allen anderen und dann wieder zurück zu einem selbst kommen, das wird geübt. Das Spiel ist ein soziales Ereignis, d.h. es findet immer in Kommunikation mit anderen statt. Deshalb schulen die Teilnehmer_innen ihre Präsenz, Sensibilisieren die Sinne, versuchen offen zu sein und auf innere und äußere Impulse zu reagieren.
Ideales Ziel in der Arbeit mit Kunstfiguren ist es, die Reibungsverluste zwischen innerem Bewegtsein und äußerer Bewegung bei der Verkörperung einer Figur so weit wie möglich zu verringern, so dass innere Bewegung unmittelbar im Außen ihre Form finden kann.
Die Erkundung der gerade entstandenen Wesen ermöglicht ein Ankommen in der eigenen Figur, dem zentralen Ausdrucksmittel. Wie bewege ich mich? Strammer Schritt, schleichendes Tippeln, einfach nur sitzen, hippeliges Sausen … – wir sehen uns an, versuchen die neue Form jedes einzelnen auszuloten.

Innerhalb dieser spielerisch konstruierten zweiten Wirklichkeit müssen die Teilnehmer_innen einen äußeren Ausdruck für die innere Verfasstheit ihrer Figur finden. Im Gegensatz zur alltäglichen Selbstgestaltung ist die Verkörperung in der Arbeit mit Kunstfiguren ein bewusster Akt, in dem sich das Individuum immer gleichzeitig als Produzent_in, Material und Produkt ihres Handelns erfährt. Die Verkörperung und die körperliche Präsenz in einer neuen Form sind eine Einheit. Die innere Haltung und die äußere Handlung sind unauflöslich miteinander verschränkt.
Die Teilnehmer_innen begegnen sich selbst als Fremde und müssen in der Lage sein, sich zwischen den verschiedenen Identitäten bewegen zu können. Im Spiel wird erkennbar, was die Kunstfiguren in sich tragen. Getragen von diesem neuen Wesen begegnen die Akteure ihrem noch fremden Gestus und erfahren sich im Spielraum mit Anderen neu.

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