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FORMEN

Sich selbst abstrakt denken

Zur Schulung von Körperwahrnehmung und Körperbewusstsein gehört auch, bei sich und anderen Haltungs – und Bewegungsmuster zu erkennen und den Blick für körpersprachliche Signale zu schärfen. In der Durchführung und Wiederholung einer Handlung kann das Bewusstsein für Bewegungen, Rhythmus und Geschwindigkeit geübt werden. Ausgehend von der Erkundung des eigenen Körpers und seiner Umhüllung als kleinstem, sehr persönlichem Raum, werden mittels subjektiver Formulierungen Raumerfahrungen stimuliert, die von den Mustern des alltäglichen Gebrauchs abweichen. So können die Teilnehmer_innen lernen, sich selbst als Gestalt/ung zu begreifen. Gegenstände im Raum werden versucht neu zu interpretieren, sich selbst in neue Formen zu denken. Verbindungen zwischen eigener Körperform und Raum werden gesucht, Parallelen von Normalität und Absurdität stehen sich so in einem von ihnen inszenierten Bild gegenüber. Der Spannungsbogen der Beziehungsgestaltung von Innen und dem Außen wird ausgelotet, Kleidung dient als Verbindungselement. Die Teilnehmer_innen geben sich dem Objekt hin, passen (absatz weg) sich einer schon vorgegebenen Form an. Sie geben die Form ihrer gewohnten Körperhülle auf, um sich in einer veränderten Form zu finden.

„Mein Körper nimmt Ecken und Kanten an, dehnt sich aus, ich verfremde mich.“

Angelehnt an das Projekt von Angie Hiesel und Roland Kaiser „dressing city“ möchte ich mit den Teilnehmer_innen ihren gewohnten Umraum anziehen. In den Arbeiten wird die Be- und Entgrenzung des Körperlichen in der spielerischen Verrückung der Realität ausgelotet. Es passiert eine Art Verstrickung von Mensch, Architektur und Alltag. Der Raum, in dem wir uns bewegen, mit allen Dingen, die ihn füllen, formt den Inhalt unseres Alltags. Kreativität zu schulen bedeutet, diesen Inhalt immer wieder neu zu ordnen.Kleidungsstücke bis an ihre äußerste Zerreißgrenze zu treiben – darin ist Erwin Wurm mit seinen Arbeiten „Fat“-Skulpturen Meister. Mir ist es ein Anliegen, der Gruppe durch ästhetischen Erfahrungen das Verhältnis von Subjekt und Objekt aufzuzeigen.Die aktive Auseinandersetzung mit einem modernen Skulpturen-Begriff anzuregen, ist als Vorbereitung für das Arbeiten mit Kunstfiguren essentiell. Wie auch Wurm in diversen Interviews betont, sind „[d]ie Dinge […] nicht das, was sie scheinen, sie sind wandelbar, unter der Oberfläche steckt immer eine Überraschung.“

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