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ERFAHRUNGEN

Wie würdest du die Beziehung zu deiner Kunstfigur beschreiben?

Ambivalent, sie ist noch nicht komplett in ihrer Form, das macht sie und mich manchmal unsicher. Die Frage ist: Gibt es eine einzige Form? Wahrscheinlich nicht. Aber sie gibt mir im hier und jetzt immer wieder die Möglichkeit, neuen Spiel- Lebensraum zu entdecken. Ich musste mich trauen diese Räume zu betreten. Fromsta zeigt mir Wesensanteile und ich habe sie angesehen, angenommen und leben lassen.
Rosa Müllenmeister

Immer unterschiedlich, manchmal mag ich sie gerne, manchmal finde ich sie komisch ungewohnt, dann wieder ganz vertraut. Manchmal fühlt es sich an wie ein Kostüm, dann öffnet sie mir lustige Möglichkeiten etwas zu tun, mich anders zu bewegen.
Lisbeth Schmidt

Etwas pseudo, aber wir sind uns immer näher gekommen. Schlussendlich kam bei der Traumreise die Erkenntnis, dass das, was ich vorher als nerviges Harmoniedings erlebt hatte, im Grunde die rettende Heilung ist.
Lea Deffner

Konntest du durch das Erleben deiner Kunstfigur Neues an dir entdecken?

Lässt sich schwer beschreiben. Zum einen habe ich gemerkt, dass sich das, was ich erschaffen hatte und mir erst verkopft und banal vorkam, letzten Endes sich mit allem zusammenschließt und einen wahren tiefen Sinn ergibt. Und zum anderen, dass es doch ganz gut ist so wie ich bin.
Lea Deffner

Mutig voran. Insgesamt benötigt richtige Transformation noch mehr Zeit. Ich verorte mich, stelle Fragen, versuche Antworten zu finden, führe Dialoge, bin im Prozess. Bewege mich, versuche, scheitere, stelle Fragen, versuche neue Wege und finde vielleicht eine Lösung oder ich muss nach einem Scheitern trotzdem weiter forschen.
Linda Furker

Konntest du dich vollständig in deine Kunstfigur verwandeln?

Es war ein Prozess, ein Hineinfinden Stück für Stück. Es ist keine totale Entfremdung, sondern die Heraushebung einer Charaktereigenschaft oder eines Gefühls. Dieses erschien anfangs nur beiläufig in mir vertreten, dank der Arbeit mit Kunstfiguren konnte ich mir dessen Ausmaß bewusst werden.
Samis Obst

Ich habe lange gebraucht um überhaupt eine Figuridee zu bekommen, die am Schluss etwas krampfhafte Suche hat es zusätzlich erschwert. Obwohl die äußerlichen Unterschiede zwischen mir und meiner Kunstfigur nicht groß sind, hat eine ziemlich große Entfremdung stattgefunden, bzw. die Eigenschaften der Kunstfigur liegen natürlich in mir, quasi alles andere von mir kann aber total in den Hintergrund treten. Als die Idee da war, hat mich kurz der Gedanke „das kann doch nicht alles sein, total langweilig“ überrannt und ich wollte wieder nach Neuem suchen, hatte aber keine andere Idee und bin jetzt froh darüber.
Hannah Monninger

Wie hast du den Freiraum – Kunstfigur erlebt?

Als Kunstfigur kann ich durch meine reduzierten Bewegungen einfach nur „Aufsaugen“ und beobachten, habe nicht das Gefühl tätig und aktiv sein zu müssen. Im Alltag bringe ich mich fast immer selbst dazu, etwas zu tun -“nützlich“ zu sein.
Hannah Monninger

Im Freiraum- Kunstfigur konnte ich Zugänge zu mir selbst finden. Ich konnte endlich hochnäsig und ein bisschen ete petete sein. Ich war auch schadenfroh und manchmal sogar ein bisschen fies, das würde ich mir sonst nie im Alltag erlauben.
Anna Beierlein

Durch die Augen der Kunstfigur sehe ich nur Ausschnitte meines direkten Umfelds. Ein erleichterndes Gefühl, mal nur diesen einen Ausschnitt zu haben. Im Alltag werde ich oftmals unruhig, weil so viel um mich herum passiert und ich viel (eigentlich auch gerne) kommuniziere. Zwischenmenschliche Interaktionen finde ich bereichernd, aber lassen mich auch oft vom Wesentlichen abschweifen und mein Fokus verschiebt sich dadurch. Die Schlichtheit meiner Kunstfigur und das reine Weiß bedeuten ein Stück weit Neutralität, Rückzugsort und Blickfeldveränderung.
Antonia Grief

Was konntest du im Kunstfigurendasein ausleben, was dir sonst schwer fällt?

Das In Kontakt kommen mit anderen Figuren: In dem Moment, wo ich mich in der Realität zurückgezogen hätte, konnte ich mit meiner Figur einfach auf andere zugehen, in Kontakt treten. Mut und Selbstbewusstsein. Ich habe üben können, etwas zu tun und dabei zu dem zu stehen, was ich bin und zu dem, was ich gemacht habe.
Lisbeth Schmidt

Ja, etwas das ich noch nicht richtig benennen kann. Vielleicht geht es um die Kleinlichkeit, es hat auf jeden Fall etwas mit Genauigkeit und Ordnung zu tun. Es geht mir darum, die Dinge zu richten.
Samis Obst

Hat sich dein Empfinden gegenüber dir selbst durch das Erleben deiner Kunstfigur verändert?

Ja, es hat sich positiv verändert. Ich fühle mich schöner und sogar echt voll krass irgendwie begehrenswerter. Das strahl ich auch aus, habe ich rückgemeldet bekommen von Freunden und Bekannten, echt verrückt.
Anna Beierlein

Ich bin mir noch unsicher. Mein ästhetisches Empfinden hat sich bei mir glaub ich weniger durch das Spielen meiner Kunstfigur, vielmehr jedoch durch die Interaktion mit den Anderen, dem Rollenspiel an sich und dem sich ausprobieren auf der Bühne zu tun. Jedoch habe ich viele neue Facetten an mir entdeckt, das hat dazu geführt, dass ich mich innerlich mehr wertschätze und das kann sich auch auf die Wahrnehmung meines Äußeren auswirken.
Samis Obst

Konntest du Wesensverbindungen zu deiner Kunstfigur herstellen?

Anfangs dachte ich immer, mit meiner Kunstfigur kann ich Sachen machen, die ich mich sonst nicht traue. Jetzt denke ich, meine Kunstfigur unterstreicht mittlerweile genau das, was ich an mir nicht so mag. Ich setze mich damit auseinander, denn die Figur gibt mir Raum dafür, dadurch lerne ich neue Verhaltensweisen z.B. Selbstbewusstsein.
Lisbeth Schmidt

Meine Kunstfigur ist bis jetzt zwar nur ein winziger Teil meiner Selbst gewesen, doch werde ich ihm in Zukunft gewiss mehr Beachtung schenken, d.h. meine Kunstfigur wird mir möglicherweise auch in meinem Alltag begegnen.
Samis Obst

Ja, mein innerster unsicherer Teil meiner Selbst, der sich oft hinter meiner bestimmten Alltagsmaske versteckt, durfte im Extremen zur Realität werden. Mein romantischer Wunsch, klein, zerbrechlich, zart und schwach zu sein.
Malena Gradulewski

Was war dein überraschendstes Erlebnis mit dir als Kunstfigur?

Ich fand mich die ganze Zeit sehr überraschend. Mir fiel es nämlich nicht schwer, mich vor allen auszuleben, das war nicht unbedingt selbstverständlich für mich.
Lisbeth Schmidt

Dass ich es bis jetzt noch nicht geschafft habe eine konkrete Form zu finden.
Linda Furker

Dass sich meine Kunstfigur im Spiel ständig Situationen entziehen wollte und sich äußerlich durch aus- und umziehen befreien wollte und eigentlich ging es um mich, ich musste mich erst innerlich befreien.
Theresa Häußler

Kunstfigur verwandeln, gab es Brüche?

Anfangs bestimmte ich meine Figur von Außen, jetzt kommt sie von Innen raus, was die Brüche (falls es welche gibt) so integriert, dass es keine mehr sind.
Lea Deffner

Brüche und Widerstände habe ich erlebt, es gab einen Umbruch,ich entschied mich für eine andere Charaktereigenschaft, einfach für eine andere Identität meiner Kunstfigur und ab da konnte ich mich von Mal zu Mal immer besser in meine Figur hineinfühlen.
Samis Obst

Ich konnte vollständig in die Figur eintauchen. Das Thema war von Anfang an da, ich suchte nach Entfremdung, dachte es wäre zu simpel. Dann trug ich das erste Mal mein Kostüm, lag auf dem Boden und wartete was passiert. Da war sie schon da.
Malena Gradulewski

Was waren für dich wesentliche Momente in dem Prozess der Kunstfigur Entwicklung?

Wichtig war es für mich, die Polarität im Material herauszuarbeiten, daraus konnte ich verschiedene Ansätze also Wesenszüge meiner Kunstfigur entdecken. Die Kombination von meiner Figurentstehung und meiner anderen restlichen Arbeit war essentiell. Denn über die Entdeckung der Wichtigkeit des Raumes konnte ich die Form meiner Kunstfigur finden.
Linda Furker

Die Erkenntnis, dass es nichts bringt, sich zu maskieren, dass ich mich nach dem Tragen einer Maske hinterher nur doppelt so unwohl in meiner eigenen Haut fühle. Die Erfahrung, ich kann mich mit meinem Gesicht zeigen, den Blick anderer ertragen, auf einer Bühne alles um einen herum ausblenden, bei sich bleiben.
Samis Obst

Wie konntest du dein Kunstfigur-Dasein performativ umsetzen?

Wenn KLOTZ an die vergangenen Monate zurück denkt, dann steht zu Beginn seine Geburt. Nach und nach hat er gelernt, sich zu bewegen, seine Beine einzusetzen, nach draußen zu blicken und zu sprechen. Die Figur an sich unterliegt selbstverständlich einer stetigen Veränderung. Eine Veränderung, die sich auch über den perfomativen Rahmen hinaus zu Hause weiterentwickelt hat und neue Fähigkeiten erlangen konnte, die dann wiederum beim nächsten gemeinsamen Performen ausprobiert wurden und KLOTZ Stück für Stück „kompletter“ gemacht hat. So verändert sich KLOTZ weiter und weiter und wer weiß, vielleicht schlüpft er eines Tages aus seinem Karton-Kokon und wer weiß, was dann passiert.
Antonia Grief

Der intensivste Entwicklungsmoment meiner Kunstfigur war, als sie in Kontakt treten konnte. Das funktionierte erst, als ich ihr alles erlaubte, als sie trotzdem das sie ein abstraktes Wesen war (ist!), menschlich sein durfte. Plötzlich war sie offen und konnte eine Fülle von kleinen unscheinbaren Wundern entdecken und da lag es nahe, die anderen Wesen und Figuren um sie herum kennenlernen zu wollen! Zunächst war es wohltuend ebenfalls Kunstfiguren um sich zu haben, der Schritt war nicht so immens wie der zu einem „externen“ Betrachter - den Schüler_innen! Überraschenderweise war der Schritt nicht so groß wie angenommen, denn: ICH DARF ALLES! Wieso nicht einfach erstmal verstecken, wenn ich mich beobachtet fühle, wieso nicht einfach auf den Tischen tanzen wenn mir danach ist?
Lea Deffner